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Montag, 28. März 2016

Sarah Lark: Eine Hoffnung am Ende der Welt

Ab und zu darf es bei mir auch mal Herz-Scherz sein und etwas zum Träumen. Tatsächlich war "Eine Hoffnung am Ende der Welt" das erste Buch, welches ich von Sarah Lark gelesen habe. Auf meinem E-Reader schlummern noch ein paar Bücher aus der Neuseeland-Reihe, denen ich vielleicht noch eine Chance gebe.
Hier aber zunächst etwas zum neuesten Werk von Sarah Lark. Die Geschichte beginnt mit Helena und Luzyna - zwei Schwestern - die als Waisen auf der Flucht aus Polen in Persien landen. Auf die Flucht wird im Buch mehrfach Bezug genommen - sowohl über Polen als auch das kalte Sibirien, wo die Familie im Bergbau zwangsarbeiten musste, erfährt der Leser immer mal wieder etwas. Ich fand das gar nicht so uninteressant, da man ja meistens nur die deutsche Sicht des zweiten Weltkrieges kennt, aber nicht unbedingt die Verfolgung in Polen. Wie dem auch sei, beide Schwestern sind in einem Flüchtlingslager und nur eine bekommt die Möglichkeit weiter nach Neuseeland zu reisen. Durch einige Umstände ist es letztlich Helena, die nach Neuseeland reist. Im Flüchltingslager dort hat sie dann sofort einen guten Draht zur Betreuerin Miranda, die ihr letztlich James McKenzie vorstellt. James stammt aus einer sehr wohlhabenden Familie aus Neuseeland und - ich sags mal so - die Dinge nehmen ihren Lauf.
Große Überraschungen darf man in diesem Roman nicht erwarten. Vieles ist vorhersehbar. Es gibt nur wenig Dramatik, dafür aber viel Geschichte über die Maoris. Man kann einige Seiten überblättern und ist trotzdem noch mitten im Geschehen. Ich habe das Buch zu Ende gelesen in der Hoffnung, eine Wendung oder überraschende Handlung käme noch. Es warleider nicht der Fall. Es ist ein leichter, seichter Roman für Zwischendurch, eine Empfehlung leider nur für hoffnungslose Romantiker mit Neuseelandliebe.

Montag, 18. Januar 2016

William Joyce: Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore

Wer Bücher liebt, wird dieses (Kinder-) Buch lieben. Die Geschichte ist einfach so wunderbar erzählt, so angenehm gereimt und die Illustrationen so liebenswert, das es mir jedes Mal wieder den Atem nimmt.


Inhaltsbeschreibung vom Buchrücken:"Mister Morris Lessmore liest und schreibt für sein Leben gern. Doch eines Tages wirbelt ein schwerer Sturm seinen geordneten Alltag gehörig durcheinander und Morris landet in einer seltsamen Schwarz-Weiß-Welt...Dort begegnet ihm ein freundlichesWesen, das ihn zu einem farbenfrohen Haus führt. Ein Haus, in dem nur Bücher leben."

Die Geschichte wird mit nur wenigen Worten erzählt, vielmehr erzählen die Bilder. Insofern ist es eher ein Bilderbuch als ein Vorlesebuch. Erstleser können sich an dem großen Text durchaus versuchen. Zielgruppe scheint mir aber fast mehr der vorlesende Erwachsene zu sein als Kinder. Für kleine Kinder ist diese Geschichte zu abstrakt, für den Bücherliebhaber aber genau das richtige. Die Aufmachung und das Format sind hochwertig, so dass der Preis von fast 15 Euro für die recht wenigen Seiten durchaus gerechtfertigt ist.



Dienstag, 24. März 2015

Lydia Benecke: Auf dünnem Eis: Die Psychologie des Bösen

Wenn man dieses Buch in die Hände bekommt, muß man erstmal Mut beweisen, es zu öffnen bei diesem schrecklichen Titelbild. Warum sich Frau Benecke in so ein kindlichem verwischten Porträt präsentiert, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Es wäre aber sehr schade, das Buch nicht zu lesen nur aufgrund des - wie ich finde - schrecklichen Titelbildes.

Die Frage, warum Menschen morden und Psychopathen werden/sind, steht im Mittelpunkt des Buches. Ist man von Haus aus böse oder wird man erst böse. Anhand von mehreren realen Verbrechern wird hier nachgestellt, wie die Persönlichkeitsentwicklung von statten ging. Erschreckenderweise kommt auch oft die Kindheit ins Spiel und die Versäumnisse & Geschehnisse in selbiger. Die Erzählweise von Frau Benecke, die Therapeutin, Psychologin und Referentin ist, ist dabei durchweg spannend. Man möchte das Buch zu Ende lesen, auch wenn man kein Ende ersehnt wie bei Romanen. Für ein Sachbuch ist dies wirklich gut geschrieben und vor allem auch kurzweilig.
Die verwendeten Beispielen stammen größtenteils nicht aus ihrer eigenen Praxis - ein Manko - und sind teilweise auch allgemein bekannt. Ihr eigenes Beispiel aus dem Bekanntenkreis ist eher oberflächlich und mir wurde nicht so ganz klar, wieso sie zum Schluß kommt, dass er ein Psychopath ist. Sie vertritt zudem die These, dass in jedem ein bißchen Psychopath steckt und nur die meisten dies nicht "herauslassen". Neben den Fallanalysen stellt sich Frau Benecke ausführlich selbst dar und beschreibt auch ihre harte Kindheit, die sie zu diesem Menschen werden lassen haben und diesen Job ausüben lassen. Dies ist ein wenig melodramatisch und unnötig, wenn man das eigentliche Ansinnen des Buches betrachtet.
Dafür, dass es als Sachbuch recht unterhaltsam und fließend lesbar geschrieben ist, bekommt es einen kleinen Daumen hoch, für die Selbstdarstellung und wenig wirklich selbst erlebte Praxis Beschreibung leider einen Minuspunkt. Ich würde es als lesenswert einstufen, mit kleinen Abstrichen und Überblättern von Seiten.

Dienstag, 10. Februar 2015

Beverley Harper: Heller Mond in schwarzer Nacht

Das Buch ist mir durch Zufall in die Hände gefallen. Es ist schon etwas älter und nur noch gebraucht erhältlich. Es wird wohl eher auch keine Neuauflage geben, denn es ist ein Roman von vielen. Mich hat das Buch aber so gefesselt, dass ich es immer kaum erwarten konnte, weiterzulesen. Dies finde ich immer ein gutes Zeichen.

Zunächst werden die ersten gut 300 Seiten die Personen vorgestellt, die im Roman vorkommen. Hierbei gibt es die unterschiedlichsten Charaktere und Konstellationen. Allen gemeinsam ist ein Aufenthalt in einer Lodge in Namibia. In der luxuriösen Safari-Lodge im Etoscha Nationalpark erwarten Angestellte und Ranger die letzte Besuchergruppe des Jahres. Die reichen Gäste aus Europa und Übersee sind verzaubert von Landschaft und Tierwelt. Eine Elefantenkuh zwingt schließlich eine Gruppe von Zoologiestudenten, ebenfalls in der Lodge Zuflucht zu suchen. Es bilden sich erwartungsgemäß erste Paare, wobei die Ranger etwas einseitig dargestellt werden. Diesen wird ein Animationsklischee verpasst, welche die Gäste nicht nur zur Safari und zum Essen begleiten, sondern auch noch anderweitig beglücken. Dies ist etwas daneben und auch für die eigentliche Geschichte überflüssig.

Spannend wird die ganze Geschichte dann erst richtig mit dem Überfall von Rebellen aus Angola. Diese nehmen alle Gäste und Angestellte als Geiseln und sortieren nach Nutzen aus. Ziel ist es, mit den nützlichen Geiseln Erpressergelder zu erhalten. Eine Odysee durch das Hinterland von Namibia in Richtung Angola beginnt und der Kampf ums Überleben. Ich gebe zu, dass ich ein paar Seiten quer gelesen habe, da mich die genaue politische Beschreibung nun nicht mehr interessiert hat.

Gut ist am Ende - als die Geiselnahme beendet wurde - noch ein Ausblick kommt, was aus den einzelnen Personen geworden ist. Dies gibt einen schönen Abschluss.