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Mittwoch, 4. November 2015

Ute Glaser: Die Elterntrickkiste

...So bekommen Sie Zahnputzverweigerer, Gemüseverächter und alle anderen Widerständler spielend in den Griff.

So der vielversprechende Untertitel dieses Ratgebers. Das Buch ist schon etwas länger in meinem Besitz und wird immer mal wieder zu Rate gezogen. Durchgelesen ist es recht schnell, da es sehr großzügig in Kapitel unterteilt ist und sehr große Überschriften enthält, aber eher kurze Texte. Man kann querlesen bzw. einfach darin stöbern. Gekauft habe ich das Buch nach einer Empfehlung einer Zeitschrift. Ich hatte mir innovative Ideen und die Lösung für so manch kleines oder auch großes Problem erhofft.
Die behandelten Themen sind Sprache, Konsequenz, Miteinander, Beim Essen, Im Bad, Im Kinderzimmer, Schlfen, Unterwegs und universale Rezepte für viele Zwecke. Die Autorin vertritt durchweg den Ansatz, Kinder klare Regeln zu geben und konsequent zu sein. Hier bin ich ganz bei ihr. Was ich aber vermisst habe, sind wirklich neue Ansätze oder Ideen. Vieles war mir schon klar, manches selbstverständlich. Nur weniges hat mich wirklich zum Reflektieren vom eigenen Handeln gebracht und ich habe auch nur wenige Tipps wirklich ausprobiert. Gut und wichtig finde ich, dass man das Wort Nein sparsam verwenden sollte und anderseits nicht mit Lob sparen sollte. Das vergisst man doch zu leicht im Alltag. 
Negativ ganz klar die Verhaltensregeln beim Essen - bis hin zum propagierten Aufessen. Aber man muß ja nicht alles umsetzen, was in einem Buch steht und kann sich selbst heraussuchen, was zu einem passt.
Ich finde dieses Buch durchaus hilfreich, da es viele verschiedene Themen behandelt, einen schnellen Überblick bzw. gezieltes Lesen der Tipps ermöglicht. Nicht alle Ideen sind innovativ oder neu, aber die Mischung an Ratschlägen ist durchaus gelungen. Bei einigen Ratschlägen hatte ich mir mehr Tiefgang gewünscht - z.Bsp. wie man einen Trinkverweigerer animiert. Hier ist ihre Idee nur ein Trinkspruch, Zuprosten und selber Vormachen. Das funktioniert aber eben nur kurzzeitig und ist in meinen Augen keine wirkliche Lösung. 
Ich tue mich etwas schwer mit einer Empfehlung für dieses Buch. Es ist nicht der schlechteste Elternratgeber, den ich kenne, aber eben auch nicht 100% hilfreich. Vielleicht am besten einfach mal selbst reinblättern und schauen, ob einem diese Tipps weiterhelfen.


Freitag, 2. Oktober 2015

Johannes Hayers/Felix Achterwinter: Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn

Und das ist es wieder - das Buch, wo ich mich frage, hat das die Welt gebraucht und warum in Gottes Namen habe ich es gelesen. Immer wieder sprießen Erziehungsratgeber, die auch noch witzig sein sollen, aus dem Boden. Immer wieder wird sich über das Elternsein ausgelassen - ob es um den Elternabend geht oder die Erziehungsmassnahmen...Jeder meint, da etwas schreiben zu können und zu müssen. 
Zunächst einmal - ein toller Titel. Der läßt einem sofort zugreifen und man fragt sich gleich bei dieser Geschichte: "Hätte das beim eigenen Kind funktioniert?" (Nein, dem konnte man das Anschnallen einfach ganz normal als Schutz bei einem Unfall erklären und es gab keine Diskussionen.) 
Fast allen Geschichten haftet leider an, dass die Kinder belogen, veräppelt, erpresst oder blamiert werden. Ich konnte kaum lachen, da mir ja auch immer klar ist, was passiert, wenn die Lüge doch einmal herauskommt. Ich kann auch leider keine Erziehungstipps erkennen, die innovativ und vor allem brauchbar sind. Das man dem Kind einfach mal einen Spiegel vorhält und dessen Verhalten nachmacht (sich auf den Fußboden im Supermarkt schmeißen), ist nichts wirklich Neues. Bei vielen Beispielen habe ich überlegt, wie ich diese Situationen mit meinem Kind gelöst habe. Also ich habe offenbar ein komplett absurdes Kind - die meisten Sachen habe ich einfach wahrheitsmäßig erklärt und das wurde ohne Drama anerkannt. Man kann einem Kind schon beibringen, dass man an der Kasse nicht quengeln braucht und keinen Schokoriegel gekauft bekommt - dafür muß man nicht erst eine Möhre als Schokoriegel verpacken und dem Kind somit die Schokoriegel verleiden.
Für mich waren es einfach nur absurde Geschichten, die einen Schmunzeln lassen. Nach machen oder gar als Erziehungstipp würde ich das Ganze aber definitiv nicht sehen. 
Bitte nicht lesen - die Zeit kann man besser mit Spielen mit dem Kind verbringen.

Dienstag, 21. Juli 2015

Isabel Völker: Mein Kind hat deine Läuse

Das Buch wurde von der Zeitschrift Nido hochgejubelt und auch in Auszügen abgedruckt. Da ich den Artikel zufällig gelesen habe und ganz amüsant fand, habe ich das Buch beim letzten Bibliotheksbesuch mitgenommen.

Vornweg: es liest sich schnell und flüssig weg. Aber es strengt auch an gegen Ende, da sich alles irgendwie wiederholt. Als Glosse in einer Zeitschrift oder auf einem Blog sicherlich ganz lustig, als Buch dann doch eher langweilig.

Isabel Völker hat E-Mail-Diskussionen aus Kita bzw. Grundschulen zwischen Eltern aus ganz Deutschland gesammelt und gibt diese auch direkt als E-Mail-Austausch wieder. Dabei werden alle Themen durchgeackert, die man als Eltern eines Kitakindes garantiert auch so oder ähnlich von Elternabenden oder Mailverkehren kennt. Da wird vor den Läusen gewarnt, der Preis vom Essen diskutiert und wie viel Bioessen denn nun sein muß.

Stellenweise ist das Buch sehr witzig und man erkennt sich selbst bzw. die anderen Eltern wieder. Eigentlich schon fast schockierend, über was sich die über-engagierten Eltern streiten und vor allem, dass man nie wirklich zu einer Einigung findet. Für eine lockere Abendlektüre ist es auf alle Fälle geeignet, mehr aber nicht.