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Donnerstag, 21. Januar 2016

Stewart O'Nan: Die Chance

Hat eine Ehe nach 30 Jahren noch eine Chance oder nicht? Stewart O'Nan lässt uns teilhaben an der Ehekrise der zwei Amerikaner Art und Marion. Beide reisen an den Ort ihrer Hochzeitreise - die Niagara Falls. Die Reise erfolgt diesmal im Gegensatz zu vor 30 Jahren unter sehr ungünstigen Voraussetzungen: das Ehepaar ist pleite, versucht seit einem Jahr sein Haus zu verkaufen und will sich trennen. Mit einem Billigangebot und dem letzten Bargeld wollen sie noch einmal ein paar Tage gemeinsam verbringen und im Idealfall im Casino richtig gewinnen.
Die Trennung scheint vor allem von Seiten Marions motiviert, die offenbar über eine Affäre von Art mit Wendy nicht hinwegkommt. Wendy und die Affäre sind am Anfang sehr dominant, so dass man direkt den Auslöser der Krise darin sieht und sich erhofft, die beiden raufen sich zusammen. Umso erstaunter war ich, als herauskam, dass die Affäre schon 20 Jahre her ist. Das aber dies immer noch so dominant zwischen beiden steht, ist erstaunlich. Es scheint, als haben beide nur der Kinder wegen es so lange durchgehalten. Ihren beiden Kindern haben sie demzufolge auch von ihren Plänen zur Trennung noch nichts erzählt. 
Art und Marion pflegen trotz der Trennungsabsichten noch einen sehr zärtlichen Umgang miteinander, wobei vor allem Art Marion alles recht machen will und quasi permanent auf der Hut ist, wie sie wohl reagiert. Marion ist für mich auch völlig unverständlich geblieben - freut sie sich einerseits aufs Singleleben und ist genervt von vielen kleinen Dingen die Art tut, springt auf der anderen Seite aber trotzdem mit ihm durchs Bett...Beide scheinen sich letztlich nicht im Klaren zu sein, was sie möchten und das Klischee vom oberflächlichen, nicht reflektierenden Amerikaner hat der Autor hier gut eingefangen. 
Im ganzen Buch spielt Alkohol eine sehr große Rolle. Immer wieder werden Drinks bestellt, getrunken, Flaschen geöffnet - das alles offenbar, um die Zunge zu lockern und endlich ins Gespräch zu kommen. Auch über die tolle Aussicht, alle Attraktivitäten vor Ort wird sehr oft berichtet. Fast schon ein kleiner Reiseberichtam Rande.
Die jedem Kapitel vorangestellte Wahrscheinlichkeit (z. Bsp. "Wahrscheinlichkeit, dass ein Paar eine zweite Hochzeitsreise zum selnem Ort unternimmt: 1:9") gibt immer schon einen Hinweis auf den Inhalt des Kapitels und fand ich als ein sehr witziges Element. 
Für mich wurde die Chance aber vertan, einen fesselnden Roman zu schreiben. Die Geschichte plätschert dahin, hat kaum Höhepunkte oder Spannung. Die beiden Hauptpersonen waren mir zu oberflächlich und das Ende einerseits zu abrupt anderseits zu kitschig. Der Roman ist auf sehr wenige Personen, Orte und Handlungen beschränkt, was eine gute Chance ist, eine sehr tiefgehende Geschichte zu erzählen. Leider bleibt sie aber nichtssagend. Ich habe mich nur mit Mühe zum Ende durchgelesen, da ich letztlich den Ausgang der Ehe bzw. der Chance wissen wollte.

Donnerstag, 14. Januar 2016

Simon Beckett: Flammenbrut

Für mich war es der erste Roman von Simon Beckett, so dass ich keinen Vergleich zu seinen späteren sehr beliebten Büchern der Hunter-Reihe ziehen kann. Flammenbrut ist ein Frühwerk, welches ich in einer überarbeiteten Auflage von 2009 gelesen habe. 
Der Inhalt kurz zusammengefasst: Geschäftsfrau Kate ist auf Sinnsuche in ihrem Leben und findet, dass ein Kind genau das richtige jetzt wäre. Aber das ganze bitte ohne Partnerschaft, denn davon ist sie geheilt, seit sie vor 3 Jahren eine Beziehung zu ihrem damaligen Chef Paul hatte. Sie entscheidet sich daher für eine Samenspende. Eine anonyme Spende möchte sie nicht, deswegen sucht sie per Annonce einen Spender. Lediglich ein Kandidat meldet sich und ist perfekt, so dass sie die Befruchtung vornehmen lässt.
Dass das alles viel zu glatt verläuft und zu schön um wahr zu sein, ist, ahnt der Leser schon früh. Man möchte an mehreren Stellen Kate zurufen: "Nicht!" Die Geschichte insgesamt ist sehr vorhersehbar. Es ist eigentlich für fast jeden - außer Kate - klar, dass der Kandidat sich als jemand anderes ausgibt. Ihre halbherzigen Versuche, ihn zu überprüfen, enden immer in Gutgläubigkeit, die einfach nur anstrengend ist.
Das Buch pendelt immer zwischen Frauenroman mit Beziehungsproblemen und Thriller hin und her. Ein richtiger Thriller ist es meiner Ansicht nach nicht. Die Spannung ist zwar da, aber eben zu vorhersehbar und zu sehr mit unwichtigen Details ausgeschmückt. Oftmals werden Dinge erzählt, die rein gar nichts mit der Handlung zu tun haben - die keinen Sinn darstellen wie das Essen kochen oder welche Lichter Kate in ihrer Wohnung anschaltet. 
Leider für einen Thriller keine Leseempfehlung, für seichten Frauenroman schon eher.


Donnerstag, 3. Dezember 2015

Karen Sander: Wer nicht hören will, muss fühlen.

Mein zweiter Roman von Karen Sander ist gleichzeitig der zweite Thriller der Karen Sander Reihe im Rowohlt Verlag. Nach "Schwesterlein, komm stirb mit mir" folgte mit "Wer nicht hören will, muss fühlen" ein weiterer Thriller mit den Hautpfiguren Georg Stadler, dessen Team und der Psychologin Liz Montario. 

Erneut macht ein Serienmörder "die Runde" und die Polizei bittet um Mithilfe bei der mittlerweile in England lebenden Liz Montario. Diese steht auch sofort zur Verfügung und kann gleich ihren Problemen in England, wo sie wieder einmal in einem spektakulären Fall einen Verdächtigen entlastet hat, entfliehen. Diese England Geschichte und die Liebesgeschichte von ihr dort, läuft parallel zur Mörderverfolgung in Deutschland durch das ganze Buch - quasi als Nebenschauplatz. Eine Verbindung zwischen dem Fall in England und in Deutschland erfolgt nicht.

Der Mörder in Deutschland hinterläßt in den Kehlen seiner Opfer Zeitungsausschnitte. Diese Hinweise versucht das Team zu entschlüsseln und arbeitet dabei gegen die Zeit, denn es verschwinden weitere junge Menschen, die per Anhalter unterwegs waren. 

Die Geschichte ist schlüssig aufgebaut und hat viele kleinere Nebengeschichten, die zum Teil dann mit dem eigentlichen Mörder nichts zu tun haben. Der Leser wird aber dadurch ebenso wie das Ermittlerteam auf falsche Fährten geführt. Letztlich wird derwahre Täter aber ermittelt und dem Leser kommt ebenso der richtige Verdacht - ein Showdown erfolgt. 

Was mich persönlich wieder stört, ist die Verwicklung der Ermittler in den Fall. In diesem Buch ist Georg Stadtler persönlich involviert und seine geschätzte Kollegin Birgit wird zum Opfer. Für mich sind solche Handlungsstränge immer zu unrealistisch. Ein weiteres Manko ist, dass Frau Sander offenbar nur abgetrennte Gliedmaßen kennt. Auch im ersten Thriller der Reihe wurde schon fröhlich gehackt; in diesem Buch nun wieder. Ein Überraschungselement ist das nicht mehr. 

Spannend geschrieben ist die Fortsetzung dieser Reihe aber allemal, ich habe das Buch innerhalb von 1,5 Tagen verschlungen. Gut machbar, da es aus vielen kurzen Kapiteln besteht und so ein schnelles zwischendurch Lesen ermöglicht. Wer sich an dem persönlich involvierten nicht stört, findet hier einen gut gemachten Thriller mit einer komplexen Story in einem hohen Tempo erzählt. 

Donnerstag, 5. November 2015

Ursula Poznanski: Fünf

Ein Thriller, den ich kaum aus der Hand tun konnte und bei dem ich so in das Lesen vertieft war, dass man mich fürchterlich erschreckt hat, als man mich nur einfach kurz gerufen hat. So soll es doch sein! Leseempfehlung daher gleich am Anfang - ja dieses Buch ist spannend, hat eine rundherum gelungene, fantasievolle Story und lebendige Charaktere. Da konnte ich auch über die persönliche Einbindung der Komissarin in die Geschichte fast hinweglesen. Für Fans von Geocaching ist das Buch wahrscheinlich fast noch spannender als für andere, da sie sich in die Geocaching Jagd vom Mörder hinheinversetzen können.
Mittels einer Geocaching Jagd wird die Polizei zu verschiedenen Opfern geführt und versucht dabei natürlich schneller als der Täter zu sein. Dies misslingt das halbe Buch lang, so dass durchaus einige Opfer mit verschiedenen Grausamkeiten geqäult werden. Hier ist die Beschreibung teilweise so real, dass einem spontan das eine oder andere Körperteil weh tut beim Gedanken an die Form der Misshandlung. Die Jäger des Täters sind im Wesentlichen eine Komissarin, die mit ihrer Scheidung und dem Umsorgen ihrer beiden Kinder an sich schon genug zu tun hat und ein Ermittler, der frisch verliebt zu sein scheint. Ergänzend kommt noch der Kollege dazu, der Geocaching Experte ist, der forensische Psychiater, mit völlig absurden Theorien und der unsympatische Chef der Truppe. Die Neben- bzw.Privatgeschichten nehmen einen ausreichend großen Platz ein, machen aber das Buch auch lebendig. Den Kampf zwischen Beruf und Kinderbetreuung kann man sich gut vorstellen.
Die Motivation des Täters und die Auflösung der Story nimmt viele Seiten ein, so dass es nicht nur ein abruptes Ende gibt wie so häufig. Erschreckenderweise hat man sogar Verständnis für den Täter. Die ganze Geschichte ist gut konstruiert, man kann als Leser gut mitfiebern und rätseln. Die Lösung selbst wäre mir nicht eingefallen, das lag nicht unbedingt an fehlenden Informationen sondern eher an der Ungeheuerlichkeit im Vorgehen des Täters.

Montag, 19. Oktober 2015

Karen Sander: Schwesterlein, komm stirb mit mir

Ein deutscher Kriminalroman, der mal nicht lokalpatriotisch daher kommt, sondern sich an den ganz großen Thrillerautoren messen will. Leider ist das nur ein kläglicher Versuch. Die handelnden Figuren sind stereotyp. Man hat teilweise das Gefühl, dass alle üblichen Klischees abgearbeitet werden müssen. Spannung wird erzeugt in dem man den Leser vorwarnt, dass es gleich "hinter der Tür ganz schlimm kommt..."

Aber von Anfang an: nachdem ich viel positives über Karen Sanders Romane gelesen habe, wollte ich mir auch mal ein Bild machen und habe mir drei Romane vorgenommen. Den Erscheinungsdaten zu folgen, schien mir am logischsten, also starte ich mit "Schwesterlein, komm stirb mit mir".

Der Titel verwirrt am Anfang und macht erst gegen Ende Sinn. Da die Story etwas sehr konstruiert ist, bin ich auf die Lösung erstmal nicht gekommen. Dies ist durchaus positiv, da so die Spannung erhalten blieb und ich das Buch zu Ende gelesen habe. Allein für die Beschreibungen des Kommissars Georg Stadler und der Psychologin Liz Montario gibt es einen ganz großen Minuspunkt. Man hält es kaum aus, was da für Rollen verteilt werden: der taffe Polizist, der ein begehrenswerter Kerl ist und dem die Frauen nachrennen; seine Kolleginnen, die entweder völlig blass sind oder Sexbombe, die Psychologin, die eigentlich selbst ein gestörtes Huhn ist usw. Etwas weniger auftragen, wäre gut gewesen.

Der Spannungsbogen ist aber durchaus in Ordnung, die Morde purzeln nur so heran, man kommt kaum nach. Die gesamte Geschichte ist logisch und auch mal etwas neues. Die Beschreibungen der Leichen hat mich kaum geschockt, obwohl sich Karen Sander sehr viel Mühe bei den Grausamkeiten gegeben hat. Lesenswert ist es, Leseempfehlung würde ich aber v.a. für Krimifans nicht geben.

Freitag, 2. Oktober 2015

Johannes Hayers/Felix Achterwinter: Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn

Und das ist es wieder - das Buch, wo ich mich frage, hat das die Welt gebraucht und warum in Gottes Namen habe ich es gelesen. Immer wieder sprießen Erziehungsratgeber, die auch noch witzig sein sollen, aus dem Boden. Immer wieder wird sich über das Elternsein ausgelassen - ob es um den Elternabend geht oder die Erziehungsmassnahmen...Jeder meint, da etwas schreiben zu können und zu müssen. 
Zunächst einmal - ein toller Titel. Der läßt einem sofort zugreifen und man fragt sich gleich bei dieser Geschichte: "Hätte das beim eigenen Kind funktioniert?" (Nein, dem konnte man das Anschnallen einfach ganz normal als Schutz bei einem Unfall erklären und es gab keine Diskussionen.) 
Fast allen Geschichten haftet leider an, dass die Kinder belogen, veräppelt, erpresst oder blamiert werden. Ich konnte kaum lachen, da mir ja auch immer klar ist, was passiert, wenn die Lüge doch einmal herauskommt. Ich kann auch leider keine Erziehungstipps erkennen, die innovativ und vor allem brauchbar sind. Das man dem Kind einfach mal einen Spiegel vorhält und dessen Verhalten nachmacht (sich auf den Fußboden im Supermarkt schmeißen), ist nichts wirklich Neues. Bei vielen Beispielen habe ich überlegt, wie ich diese Situationen mit meinem Kind gelöst habe. Also ich habe offenbar ein komplett absurdes Kind - die meisten Sachen habe ich einfach wahrheitsmäßig erklärt und das wurde ohne Drama anerkannt. Man kann einem Kind schon beibringen, dass man an der Kasse nicht quengeln braucht und keinen Schokoriegel gekauft bekommt - dafür muß man nicht erst eine Möhre als Schokoriegel verpacken und dem Kind somit die Schokoriegel verleiden.
Für mich waren es einfach nur absurde Geschichten, die einen Schmunzeln lassen. Nach machen oder gar als Erziehungstipp würde ich das Ganze aber definitiv nicht sehen. 
Bitte nicht lesen - die Zeit kann man besser mit Spielen mit dem Kind verbringen.

Dienstag, 4. November 2014

Marie Kondo: Magic Cleaning - das perfekte Zuhause?

Ab und zu verirre ich mich in die Ratgeberabteilung der Buchhandlung und bleibe bei Büchern über Entrümplung, Ordnung, Aufräumen hängen. Dabei wanderte vor Jahren das Buch "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" von Karen Kingston zu mir nach Hause. Fleißig habe ich dann ganz nach Feng Shui bestimmte Ecken freigeräumt. V.a. die für dein Reichtum. Hmm, nach Jahren kann ich sagen, hat nicht so recht geholfen, schlechter geworden ist es aber nicht. Gut an diesem Buch fand ich auf alle Fälle die Hilfe beim Entrümpeln von emotional behafteten Gegenständen. Wer kennt es nicht, das lieb gemeinte Geschenk der Oma, was so gar nicht zum Einrichtungsstil passt und irgendwie stört. Die Theorie von Kingston ist, dass jedes Mal, wenn man an so einem ungewollten Gegenstand vorbeiläuft, dies negative Energie an einen abgeben würde. Sie rät daher zum Entsorgen. Dabei werden aber auch Möglichkeiten wie weiter verschenken und ebay erlaubt.
Dies bringt mich zu dem Buch, über das ich eigentlich schreiben wollte: "Magic Cleaning. Wie richtige Aufräumen Ihr Leben verändert" von Marie Kondo. Sie ist nämlich für radikal wegschmeißen. Ein für mich großer Schwachpunkt an ihrer Aufräummethode. Marie Kondos Buch ist ein Bestseller aus Japan und ich kann mir auch gut vorstellen, dass einige ihrer Vorschläge dort gut funktionieren.

Grundsätzlich wird erst mal nach Kategorien ausgemistet. Von dem wenig emotionalen zum hochemotionalen. Sprich: von der Kleidung über Bücher bis am Ende zu persönlichen Geschenken und Fotos. Dies macht für mich durchaus Sinn, weil man sich langsam herantastet und wer einmal im Aufräumwahn ist, kann sich dann gegen Ende auch leichter entscheiden. Auch die Herangehensweise alle Dinge derselben Kategorie an einem Ort zu vereinen und dann zu sortieren, ist sinnvoll, da es einen guten Überblick bringt und tatsächlich auch manche Doppelungen zu Tage bringt.
Nun kommt aber der Haken - nach welchem Kriterium soll man nun aussortieren? Marie Kondos Methode sieht tatsächlich vor, dass man jeden Gegenstand in die Hand nehmen soll und in sich horchen soll, was er einem bedeutet. Bedeutet er nichts, bringt er kein Gefühl, dann weg damit. Puh...mag sein, dass Japanerinnen darauf anspringen - mir war es definitiv zu esoterisch. Die Ausführungen dazu konnte ich nur kopfschüttelnd lesen. Und ja, mein Hosenanzug für Bewerbungen z. Bsp. hätte sofort in den Müll gemußt...dass das etwas unpraktisch wäre, versteht sich.

Auch die Radikalität bei Unterlagen/Papieren wie Kontoauszügen, Versicherungen, Garantiescheinen erscheint mir etwas zu gewagt für deutsche Verhältnisse. Sie läßt ihre Kunden hier auch so ziemlich alles wegschmeißen. Ihr Rat bezüglich Bedienungsanleitungen lautet: weg damit. Wenn man dann nicht mehr weiß, wie es geht, einfach in den Laden, das Personal fragen oder die Firma. Jawohl, als Kundendienstmanagerin, die ständig die Kosten niedrig halten muß, sind mir das echt die liebsten Ratschläge. Kunde hilf dir ja nicht selbst, indem du die Anleitung liest, nein, belege die Angestellten. Das dies bei älteren Geräten und bei weniger guten Fachkräften ebenfalls nach hinten losgehen kann, ist klar. Ich verstehe hier nur die Argumentation dahingehend, dass man vieles tatsächlich im Internet findet und nachlesen kann. Aber die ein oder andere Bedienungsanleitung durfte bei mir trotzdem bleiben.
Einen der wenigen Ratschläge, die ich übernommen habe, ist meine Posteingangskiste. Bislang flogen die unbearbeiteten Briefe, Kontoauszüge etc. bis zum Abheften auch eher auf dem Sofa oder Tisch herum. Nun gibt es einen schicken Karton in der Schrankwand, in der alles landet und dann bei Bedarf (es quillt über) sortiert und abgeheftet wird. Seitdem sieht es tatsächlich ordentlicher auf dem Sofa aus. Dies ist ja das Ziel und Anliegen von Marie Kondo - das die Ordnung einmal geschaffen ist und dann beibehalten wird. Das praktisch gar keine Riesenaufräumaktionen mehr nötig sind.

Ich fürchte, dass wird mir auch nach der Lektüre ihres Buches nicht so ganz gelingen.
Ein grandioses Beispiel noch für den esoterischen Ansatz der Methode ist die Sockenschublade. Man darf die Socken nämlich nicht einrollen - sie können sich sonst nicht entfalten und atmen. Oh ja...das Argument, dass sie gefaltet hübscher aussehen und einen schnelleren Überblick bieten, hat mich dann eher überzeugt, es zu versuchen und ich bin tatsächlich begeistert. Sieht doch netter aus als wilde Kullern:
Insgesamt würde ich Marie Kondos Buch aber nicht empfehlen. Es fehlen die wirklich neuen Tipps und die Ausflüge in die Esoterik sind wirklich Geschmackssache.