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Donnerstag, 14. Januar 2016

Andy Weir: Der Marsianer: Rettet Mark Watney

Andy Weirs Roman "Der Marsianer: Rettet Mark Watney" greift ein Horrorszenario auf, welches so noch nicht geschehen kann, aber man sich trotzdem sehr gut vorstellen kann. Der Astronaut Mark Watney wird von seinen Astronautenkollegen auf den Mars vergessen. Was zunächst unglaublich klingt, erklärt sich schon nach wenigen Seiten. Während eines Sandsturms wird Mark Watney von herumfliegenden Teilen getroffen und bleibt bewußtlos liegen. Die anderen Astronauten retten sich zunächst zum Raumfahrzeug zurück. Dort prüfen sie die Werte, die der Raumanzug von Mark sendet und entscheiden schweren Herzens, dass er nicht zu retten ist und retten sich zunächst erstmal selbst, in dem sie die Mission abbrechen und vom Mars wegfliegen.
So unglaublich das nun klingt, habe ich erwartet, dass Mark völlig auf sich gestellt ist und auch nichts mehr auf dem Mars hat. Das das keinen Sinn ergibt, ist mir nach dem Lesen nun auch klar. Es gibt nämlich in diesem Roman auf dem Mars eine Raumstation, die mit allerhand Technik ausgestattet ist und in die er sich zunächst - wieder erwacht und doch noch gesund und munter - flüchtet. Die nächsten 400 Seiten beschäftigen sich damit, wie er über 2 Jahre überlebt, an der Technik rumbastelt und welche Pläne er macht. Leider kommt dabei die  psychologische Komponente viel zu kurz. Ich hatte erwartet, mehr von den Problemen der Einsamkeit und Isolation zu lesen. Mark ist über lange Zeit komplett von jeglicher Kommunikation abgetrennt und ihm droht zudem der Hungertod. Das alles scheint er aber gelassen zu nehmen. Gut finde ich, dass er wenigstens ab und zu ironisch seine sehr schlechte Lage kommentiert. Hier bleibt es aber leider bei sehr oberflächlichigen Kommentaren. Im Gegensatz dazu wird in aller Ausführlichkeit die technische Seite beschrieben. Wen schon immer interessiert hat, welche Geräte alles so eine Raumstation hat und wie die funktionieren, wird in diesem Roman sehr gut bedient. Einige der technischen Probleme bzw. deren Lösung wiederholen sich aber. Dies macht den ganzen Roman um die Rettung von Mark leider sehr langatmig. Manche Seiten mit technischen Lösungen kann getrost überblättern und trotzdem der Handlung noch folgen. 
Ich habe den Roman trotzdem verschlungen, da man ja nun mal wissen will, ob und wie er gerettet wird. Meine Erwartungen bezüglich der psychologischen Seite dieses Unglücks wurden dabei aber leider nicht erfüllt. Eine interessante, technisch ausführliche Story ist es aber allemal.

Donnerstag, 12. November 2015

Robin Sloan: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Ein Buch nach seinem Cover und Titel auszuwählen, beinhaltet immer ein gewisses Risiko, aber läßt einen auch so manches unbekannte Werk entdecken. Das Buch von Robin Sloan "Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" hat so ein tolles, geheimnisvolles Cover, dass ich mich auf die Story sehr gefreut habe. 
Zu Beginn des Buches wird vom arbeitslosen Clay berichtet, der eine Anstellung in eben dieser Buchhandlung des Mr. Penumbras erhält. Er übernimmt die Nachtschicht und wundert sich schon bald über die Besucher des Ladens, den geringen Umsatz und alle die rätselhaften Bücher im hinteren Teil des Ladens, die er nicht ansehen darf. Wie nicht anders zu erwarten, siegt die Neugier und Clay versucht mit Freunden das Geheimnis um die rätselhaften Bücher zu lösen. Bis dahin ist die Geschichte wirklich schön, spannend und erfüllt alles, was man von einem Buch über eine Buchhandlung erwartet. Leider, leider kommt dann Google ins Spiel und man hat das Gefühl eine Werbeschrift über "wie toll ist es für Google zu arbeiten" in den Händen zu halten. Sicherlich zeigt die Geschichte auch die Grenzen von Google und der neuen Technik auf und man ist ein wenig schadenfroh, aber das ganze wird so uninteressant erzählt, dass man sich durch den Rest des Buches eher schleppt als genießt. 
Lasst es lieber im Buchladen liegen, da kann es weiter schön aussehen...

Montag, 14. September 2015

Martin Wehrle: König Arsch. Mein Leben als Kunde- der ganz normale Wahnsinn.

Die Auflage, die ich gelesen habe, ist schon von 2012. Trotzdem sind die die Erlebnisse, die Martnin Wehrle beschreibt noch heute aktuell. Viel geändert hat sich also am Servicegedanken in den beschriebenen Bereichen nicht. 
Martin Wehrle erzählt in seinem Buch aus Kundensicht seine eigenen Erlebnisse und Erlebnisse, die in der Presse vorkamen. Dabei geht er vor allem auf die Deutsche Bahn, Supermärkte, Hotels und Onlineshops ein. Alle Geschichten sind kurz, schnell und unterhaltsam zu lesen. Bei vielen denkt man, ja genau, dass ist mir gestern auch so passiert. Bei manchen schüttelt man leider aber genervt den Kopf, weil man sich fragt, in welchem Jahrhundert der Autor lebt.

Ergänzt werden die Geschichten mit Ratschlägen und Hinweisen aus Tricks, die in den Geschäften angewandt werden und auf die der Leser bitte nicht mehr hereinfallen soll. Diese eingeschobenen Hinweise haben mich etwasirritiert, weil es so einen Spagat zwischen unterhaltsamen Geschichten und Ratgeberbuch gibt. Es ist also kein entweder - oder sondern offenbar beides. Das finde ich nicht so gelungen und hätte auch gut ohne diese Ratschläge auskommen können. 

Insgesamt ist es recht humorvoll und unterhaltsam, wenn man von einigen nicht mehr hundertprozentig aktuellen Situationen absieht, kann man das meiste gut nachvollziehen und wenn man es das nächste Mal wieder genauso erlebt, vielleicht sogar Lächelnd an dieses Buch zurückdenken. Für eine kurze Unterhaltung ist diese kleine Ansammlung an Geschichten durchaus lesenswert.