Montag, 14. September 2015

Tanja Dusy: 1 Salat- 50 Dressings. Würzig, cremig, herrlich frisch.

Ich gebe ja zu, dass ich Kochbücher viel mehr liebe als Kochen an sich. Ich bleibe regelmäßig an den Kochbüchern hängen. Sei es nur der Sonderangebots Haufen am Eingang der Buchhandlung oder auch das eigentliche Regal der Kochbüchr. Ich könnte stundenlang darin blättern und mich inspirieren lassen. Dementsprechend gibt es bei mir daheim auch das ein oder andere Kochbuch. Das momentan Gute ist, dass es regelrecht eine Schwämme an Veganen Kochbüchern gibt. Diese interessieren mich Null, da diese Ernährungsform für mich und meine Familie zu radikal ist. Daher ist meine Kaufwut bezüglich Kochbücher ganz gut in den Griff zu bekommen :-) 

Nicht destro trotz gibt es einige schöne Kochbücher in meinem Schrank, die ich Euch auch nach und nach vorstellt möchte. Beginnend mit dem neusten Zugang: 1 Salat - 50 Dressings.

Mein Problem bei Salat ist immer wieder, dass mir nur Standarddressings einfallen oder gar die schnelle Kräutertüte von Knorr nur angerührt wird. Das das auch besser gehen muß, leuchtete mir schon lange ein und so schaute ich mir die Salatshaker mit aufgedruckten Rezepten an. Dort gab es aber so viele negative Kritiken, dass ich mich nicht so recht für einen entscheiden konnte. Gleichzeitig wurde mir aber immer wieder eingeblendet, dass ich ja auch ein Buch erwerben könnte über Dressings. Nachdem die Bewertungen recht unterschiedlich ausfielen, habe ich mir erstmal selbst ein Bild in der Buchhandlung gemacht und es für "Mitnahmenswert" beurteilt. 

Gleich das erste Dressing - eine Kräutervinaigrette - hat uns sensationell gut geschmeckt. Das Buch ist sehr schön aufgebaut, enthält ein paar grundlegende Informationen über Salate und Öle, am Ende Ideen, wie man Öle selbst herstellen kann und dazwischen eben jene 50 verschiedenen Dressings. Bei einigen Dressings werden komplette Rezepte mit Salaten vorgestellt und bei anderen nur das reine Dressing mit der Empfehlung, für welche Salate diese passend sein könnten. Wie bei den GU Kochbüchern fast immer, sind die Fotos natürlich wunderbar erstellt und machen sofort beim Ansehen Appetit.

Ein klein wenig Kritik kann man eventuell der Zutatenliste einiger Dressings zukommen lassen. Diese sind schon recht ausgefallen, so dass man diese gezielt kaufen muß. Ein spontanes Salat zubereiten ist daher nur mit einigen Rezepten möglich. In der Regel suche ich mir aber vorher die interessantesten Rezepte heraus, koche diese einmal und entscheide dann, ob diese ins Repertoire aufgenommen werden. Wenn dies so ist, dann sind die Zutaten im Hause bzw. kommen regelmäßig auf die Einkaufsliste, wenn Salat ansteht. GU hat dafür auch eine App zum Buch bei der man eine Einkaufsliste erstellen kann. Ich habe die nicht getestet, ich schreibe noch ganz traditionell Einkaufszettel. 

Ich bin sehr begeistert von den Dressingideen und finde dies mal ein wirklich gelungenes kleines Büchlein. Empfehlenswert für alle Blattsalate-Fans, die auch mal eine andere Note an ihrem Salat haben möchten als nur Essig/Öl Dressing.

Martin Wehrle: König Arsch. Mein Leben als Kunde- der ganz normale Wahnsinn.

Die Auflage, die ich gelesen habe, ist schon von 2012. Trotzdem sind die die Erlebnisse, die Martnin Wehrle beschreibt noch heute aktuell. Viel geändert hat sich also am Servicegedanken in den beschriebenen Bereichen nicht. 
Martin Wehrle erzählt in seinem Buch aus Kundensicht seine eigenen Erlebnisse und Erlebnisse, die in der Presse vorkamen. Dabei geht er vor allem auf die Deutsche Bahn, Supermärkte, Hotels und Onlineshops ein. Alle Geschichten sind kurz, schnell und unterhaltsam zu lesen. Bei vielen denkt man, ja genau, dass ist mir gestern auch so passiert. Bei manchen schüttelt man leider aber genervt den Kopf, weil man sich fragt, in welchem Jahrhundert der Autor lebt.

Ergänzt werden die Geschichten mit Ratschlägen und Hinweisen aus Tricks, die in den Geschäften angewandt werden und auf die der Leser bitte nicht mehr hereinfallen soll. Diese eingeschobenen Hinweise haben mich etwasirritiert, weil es so einen Spagat zwischen unterhaltsamen Geschichten und Ratgeberbuch gibt. Es ist also kein entweder - oder sondern offenbar beides. Das finde ich nicht so gelungen und hätte auch gut ohne diese Ratschläge auskommen können. 

Insgesamt ist es recht humorvoll und unterhaltsam, wenn man von einigen nicht mehr hundertprozentig aktuellen Situationen absieht, kann man das meiste gut nachvollziehen und wenn man es das nächste Mal wieder genauso erlebt, vielleicht sogar Lächelnd an dieses Buch zurückdenken. Für eine kurze Unterhaltung ist diese kleine Ansammlung an Geschichten durchaus lesenswert.

Dienstag, 21. Juli 2015

Isabel Völker: Mein Kind hat deine Läuse

Das Buch wurde von der Zeitschrift Nido hochgejubelt und auch in Auszügen abgedruckt. Da ich den Artikel zufällig gelesen habe und ganz amüsant fand, habe ich das Buch beim letzten Bibliotheksbesuch mitgenommen.

Vornweg: es liest sich schnell und flüssig weg. Aber es strengt auch an gegen Ende, da sich alles irgendwie wiederholt. Als Glosse in einer Zeitschrift oder auf einem Blog sicherlich ganz lustig, als Buch dann doch eher langweilig.

Isabel Völker hat E-Mail-Diskussionen aus Kita bzw. Grundschulen zwischen Eltern aus ganz Deutschland gesammelt und gibt diese auch direkt als E-Mail-Austausch wieder. Dabei werden alle Themen durchgeackert, die man als Eltern eines Kitakindes garantiert auch so oder ähnlich von Elternabenden oder Mailverkehren kennt. Da wird vor den Läusen gewarnt, der Preis vom Essen diskutiert und wie viel Bioessen denn nun sein muß.

Stellenweise ist das Buch sehr witzig und man erkennt sich selbst bzw. die anderen Eltern wieder. Eigentlich schon fast schockierend, über was sich die über-engagierten Eltern streiten und vor allem, dass man nie wirklich zu einer Einigung findet. Für eine lockere Abendlektüre ist es auf alle Fälle geeignet, mehr aber nicht.

Dienstag, 14. Juli 2015

Ingo Siegner: Der kleine Drache Kokosnuss

kommt in die Schule, *und der schwarze Ritter, *im Spukschloß, *bei den Dinosauriern, *und der geheimnissvolle Tempel

Der kleine Drache Kokonuss steht hier gerade ganz oben auf der Vorlesewunschliste. Daher haben wir im letzten Monat tatsächlich mehrere Bücher gelesen. Grundsätzlich sind alle toll und auch für Erwachsene super zu lesen. Man will selbst wissen, wie geht die Geschichte weiter und liest auch freiwillig ganz ohne Kindquengeln noch ein Kapitel. Ein klein wenig "unfertig" erschien mir die Geschichte mit "kommt in die Schule". Die hörte recht abrupt auf. Die Dinosaurier waren für mich auch schwierig vorzulesen, da wir keine Dinosaurier Fans im Hause haben und damit auch die Namen nicht so perfekt kennen. Aber ich habe etwas dazugelernt und die Story um einen T.Rex der Vegetarier ist, ist wirklich niedlich. Zusätzlich regt dies natürlich auch die Diskussion über Essensgewohnheiten an. Bei allen Abenteuern beweist der Drache Kokosnuss viel Mut und kann somit auch als Vorbild für kleine Angsthasen herhalten. Ich finde das durchaus einen schönen Nebeneffekt. Von den Büchern des letzten Monats war "Der kleine Drache Kokosnuss und der geheimnissvolle Tempel" mein Favorit. Wir haben viel über Kalender, die Mayas und den Weltuntergang (oder eben nicht) gelernt und nebenbei mal wieder Urknall und Uhrumstellung diskutiert.

Dienstag, 26. Mai 2015

Kristina Ohlsson: Aschenputtel

Ein für Eltern erst mal besonders gruseliger Beginn: ein Zug fährt mit dem Kind ab, während Ihre Mutter am Bahnhof aufgehalten wird...am Endbahnhof wird das Kind dann entführt.

Was wie eine Zufallstat und "günstige" Gelegenheit aussieht, ist in Wahrheit eine ganz gezielte Entführung dieses Kindes. Weitere Grausamkeiten folgen...und am Ende erfolgt das spektakuläre Aufspüren des Täters.

Dabei ist dem Leser (leider) schon etwas eher klar, was die verschiedenen Opfer verbindet. Man möchte quasi die Polizisten rütteln und auf das naheliegende Verweisen. Hier ist die Schwäche des Thrillers - es wird viel über die verschiedenen Polizisten und deren Positionen geschrieben.

Trotzdem fand ich es spannend und interessantes Thema. Ich empfehle den Thriller als Urlaubslektüre :-)

Dienstag, 12. Mai 2015

Claudia Brockmann: Warum Menschen töten. Eine Polizeipsychologin ermittelt

Claudia Brockmann ist Polizeipsychologin in Hamburg und berichtet in ihrem Buch von fünf Fällen aus ihrer Arbeit. Dabei erläutert sie mehrfach, dass das Hinzuziehen von Psychologen zu Kriminalfällen erst in jüngerer Zeit erfolgte und das sie quasi zu den Pionieren mit gehörte.

Die Fälle sind durchgehend interessant und zumindest mit dem Fall Dagobert auch weithin bekannt. Sie erklärt, welche Aufgaben Polizeipsychologen haben und wie sie an die Fälle herangehen. Dabei gibt sie einen interessanten Einblick in die tägliche Arbeit und macht nachvollziehbar wie Täter aufgespürt werden konnten. Leider schafft sie es nicht so recht, Struktur in ihre Erzählungen einzubringen, so dass der Lesefluß unterbrochen wird. Spannend sind die Geschichten aber auf jeden Fall, so dass man auch über das Hochlebenlassen der Psychologen hinwegsehen kann.

Die Frage, warum Menschen töten, wird leider nicht allgemeingültig behandelt und somit ist der reißerische Titel unpassend. Die Täterpsyche wird bereits fertig analysiert dem Leser präsentiert - warum der Täter diese oder jene pyschische Störung hat/bekommen hat, bleibt leider außen vor. Insgesamt ist es ein Buch für kurzweilige Unterhaltung und auf jeden Fall mit interessanten Einzelfallstudien.

Dienstag, 7. April 2015

Antje Schendel: Die Tatortreinigerin: Ich komme, wenn das Leben geht

Ich gebe zu, ein wenig Sensationsgier und Lust auf gruselige Details hat mich zu diesem Buch greifen lassen. Der fast schon kitschige Untertitel "Ich komme, wenn das Leben geht" konnte mich nicht davon abbringen, es zu lesen. Das Lesen ging dann auch relativ flott, da auch ohne große Probleme mal quer gelesen werden kann.

Der Inhalt ist leider nicht so ganz, was man erwartet. Sicherlich will niemand exakt wissen, mit welcher chemischen Verbindung der Tatort gereinigt wird, aber etwas mehr Details wären schon schön gewesen. Frau Schendel beschreibt ihre Einsätze eher kurz, mit wenig Beschreibung ihrer genauen Arbeit. Mehr im Vordergrund steht wie sie zu diesem Beruf gekommen ist, was sie davor getan hat, welche Jobs noch gemacht wurden und wie die Krankheiten und Männer ihr Leben geprägt haben. Man könnte es auch einfach Autobiographie nennen von jemanden, der unter anderem auch als Tatortreinigerin gearbeitet hat.

Schade, dass das eigentliche Thema - wie einen der Titel ja vermuten läßt - so sehr Nebenthema ist. Dieses Buch ist leider glatt durchgefallen und nicht weiterzuempfehlen.