Dienstag, 4. November 2014

Marie Kondo: Magic Cleaning - das perfekte Zuhause?

Ab und zu verirre ich mich in die Ratgeberabteilung der Buchhandlung und bleibe bei Büchern über Entrümplung, Ordnung, Aufräumen hängen. Dabei wanderte vor Jahren das Buch "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" von Karen Kingston zu mir nach Hause. Fleißig habe ich dann ganz nach Feng Shui bestimmte Ecken freigeräumt. V.a. die für dein Reichtum. Hmm, nach Jahren kann ich sagen, hat nicht so recht geholfen, schlechter geworden ist es aber nicht. Gut an diesem Buch fand ich auf alle Fälle die Hilfe beim Entrümpeln von emotional behafteten Gegenständen. Wer kennt es nicht, das lieb gemeinte Geschenk der Oma, was so gar nicht zum Einrichtungsstil passt und irgendwie stört. Die Theorie von Kingston ist, dass jedes Mal, wenn man an so einem ungewollten Gegenstand vorbeiläuft, dies negative Energie an einen abgeben würde. Sie rät daher zum Entsorgen. Dabei werden aber auch Möglichkeiten wie weiter verschenken und ebay erlaubt.
Dies bringt mich zu dem Buch, über das ich eigentlich schreiben wollte: "Magic Cleaning. Wie richtige Aufräumen Ihr Leben verändert" von Marie Kondo. Sie ist nämlich für radikal wegschmeißen. Ein für mich großer Schwachpunkt an ihrer Aufräummethode. Marie Kondos Buch ist ein Bestseller aus Japan und ich kann mir auch gut vorstellen, dass einige ihrer Vorschläge dort gut funktionieren.

Grundsätzlich wird erst mal nach Kategorien ausgemistet. Von dem wenig emotionalen zum hochemotionalen. Sprich: von der Kleidung über Bücher bis am Ende zu persönlichen Geschenken und Fotos. Dies macht für mich durchaus Sinn, weil man sich langsam herantastet und wer einmal im Aufräumwahn ist, kann sich dann gegen Ende auch leichter entscheiden. Auch die Herangehensweise alle Dinge derselben Kategorie an einem Ort zu vereinen und dann zu sortieren, ist sinnvoll, da es einen guten Überblick bringt und tatsächlich auch manche Doppelungen zu Tage bringt.
Nun kommt aber der Haken - nach welchem Kriterium soll man nun aussortieren? Marie Kondos Methode sieht tatsächlich vor, dass man jeden Gegenstand in die Hand nehmen soll und in sich horchen soll, was er einem bedeutet. Bedeutet er nichts, bringt er kein Gefühl, dann weg damit. Puh...mag sein, dass Japanerinnen darauf anspringen - mir war es definitiv zu esoterisch. Die Ausführungen dazu konnte ich nur kopfschüttelnd lesen. Und ja, mein Hosenanzug für Bewerbungen z. Bsp. hätte sofort in den Müll gemußt...dass das etwas unpraktisch wäre, versteht sich.

Auch die Radikalität bei Unterlagen/Papieren wie Kontoauszügen, Versicherungen, Garantiescheinen erscheint mir etwas zu gewagt für deutsche Verhältnisse. Sie läßt ihre Kunden hier auch so ziemlich alles wegschmeißen. Ihr Rat bezüglich Bedienungsanleitungen lautet: weg damit. Wenn man dann nicht mehr weiß, wie es geht, einfach in den Laden, das Personal fragen oder die Firma. Jawohl, als Kundendienstmanagerin, die ständig die Kosten niedrig halten muß, sind mir das echt die liebsten Ratschläge. Kunde hilf dir ja nicht selbst, indem du die Anleitung liest, nein, belege die Angestellten. Das dies bei älteren Geräten und bei weniger guten Fachkräften ebenfalls nach hinten losgehen kann, ist klar. Ich verstehe hier nur die Argumentation dahingehend, dass man vieles tatsächlich im Internet findet und nachlesen kann. Aber die ein oder andere Bedienungsanleitung durfte bei mir trotzdem bleiben.
Einen der wenigen Ratschläge, die ich übernommen habe, ist meine Posteingangskiste. Bislang flogen die unbearbeiteten Briefe, Kontoauszüge etc. bis zum Abheften auch eher auf dem Sofa oder Tisch herum. Nun gibt es einen schicken Karton in der Schrankwand, in der alles landet und dann bei Bedarf (es quillt über) sortiert und abgeheftet wird. Seitdem sieht es tatsächlich ordentlicher auf dem Sofa aus. Dies ist ja das Ziel und Anliegen von Marie Kondo - das die Ordnung einmal geschaffen ist und dann beibehalten wird. Das praktisch gar keine Riesenaufräumaktionen mehr nötig sind.

Ich fürchte, dass wird mir auch nach der Lektüre ihres Buches nicht so ganz gelingen.
Ein grandioses Beispiel noch für den esoterischen Ansatz der Methode ist die Sockenschublade. Man darf die Socken nämlich nicht einrollen - sie können sich sonst nicht entfalten und atmen. Oh ja...das Argument, dass sie gefaltet hübscher aussehen und einen schnelleren Überblick bieten, hat mich dann eher überzeugt, es zu versuchen und ich bin tatsächlich begeistert. Sieht doch netter aus als wilde Kullern:
Insgesamt würde ich Marie Kondos Buch aber nicht empfehlen. Es fehlen die wirklich neuen Tipps und die Ausflüge in die Esoterik sind wirklich Geschmackssache.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Gert Schilling: Verkaufstraining. Der Praxisleitfaden für das beratende Verkaufsgespräch

Nicht mehr ganz neu (2003), aber in Grundzügen trotzdem noch aktuell. Herr Schilling gibt eine gute Übersicht, wie man an Verkaufsgespräche herangehen kann und man erhält einige grundlegende Thesen mit auf den Weg.

Eine, die mir besonders gefiel: "Es ist nie jemand unsympathisch, der mehr zuhört als selbst erzählt."

Er behandelt in seinem Buch alle Schritte von Vorbereitung, Begrüßung, Umgang mit möglichen Einwänden und Preisangabe.

Das Buch ist zur Auffrischung für Akquise auf jeden Fall gut geeignet.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Siegfried Haider: Ausverkauft! Marketing kann so einfach sein

Ich bin leider sehr enttäuscht worden von diesem Buch und habe mich gegen Ende nur noch querlesend durchgequält. 

Hier ist ein Seminartrainer, der beschreibt, wie er seine Seminare und Dienstleistungen verkauft hat und welche Wege er dabei gegangen ist.

Die Tipps sind so oberflächlich und bekannt, dass ich immer die ganze Zeit auf die ganz große Erkenntnis gewartet habe. Ich konnte Sie für mich leider nicht finden, es waren allgemeine Phrasen abwechselnd mit seinen Erfolgsgeschichten.

Abwandelbar auf andere Marketingbereiche (also nicht Seminar/Trainer) war das ganze leider auch nur wenig. Der Titel und Klappentext verspricht hier leider meiner Meinung nach mehr, als er halten kann.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Tim Taxis: Heiß auf Kaltakquise. So verfielfachen Sie Ihren Erfolg am Telefon

Wie es manchmal so ist, man bekommt mit einem neuem Job auch mal neuen Aufgaben, die am Anfang völlig easy klingen, dann aber doch einen Haufen Probleme verursachen. Eine dieser Sachen ist Kaltakquise. Bis jetzt bin ich noch nicht überzeugt, ob das am Telefon noch der wirklich erfolgreiche Weg heutzutage noch ist, aber was mir auf alle Fälle geholfen hat, ist das Buch von Tim Taxis.

Er führt einem gut Fehler vor Augen, läßt einen auch aus Kundensicht auf das Gespräch schauen und gibt jede Menge sinnvolle Anregungen. Das Skript, was ich nach seinen Anregungen mir gebaut habe, hat zumindest bislang dazu geführt, den richtigen Ansprechpartner an das Telefon zu bekommen und keiner Abwimmmlung mehr zu erliegen. Ich habe allerdings den Verdacht, dass einige Tricks durchaus auch alle anderen Vertriebler anwenden und das Gegenüber am Telefon schon quasi die Augen verdreht.
Aus dem Buch konnte ich viele Anregungen und Motivationen mitnehmen für den täglichen Kampf um den Neukunden. Es ist praxisorientiert und hat genügend konrekte Beispiele, lediglich das Selbstlob ist ein wenig anstrengend. Daumen klar hoch, empfehlenswert auf alle Fälle.

Dienstag, 16. September 2014

Bernd Röthlingshöfer: Werbung mit kleinem Budget. Der Ratgeber für Existenzgründer und Unternehmen

In dem Taschenbuch (ich habe Auflage von 2008 gelesen) wird klein, kompakt und übersichtlich die ersten Schritte zu einem erfolgreichen Marketing beschrieben. Dabei liegt der Fokus etwas mehr auf den Existenzgründern und wie das Budget "korrekt" eingeteilt werden sollte.

Er gibt dabei eine leicht verständliche Übersicht über verschiedene Werbeformeln, Prospektarten und Internetwerbung. Alles bleibt dabei eher im Überblicksbereich - aber für Vertiefung kann man sich ja dann entsprechend andere Literatur/Trainings suchen.

Ich finde sein Buch sehr gelungen, habe es schnell gelesen und immerhin auch 3 Seiten Notizen gemacht.